Ängste überwinden.


Wie du lernst deine Angst zu verstehen und sie dadurch überwinden kannst.


In diesem Beitrag gehe ich auf das Thema der menschlichen Ängste ein. Welche Ängste es gibt, auf rationale und irrationale Ängste und warum es völlig okay ist, Ängste zu haben.

Es ist populär geworden, zu behaupten Angst sei eine Illusion. Aus meiner Sicht, kann aber Angst erst zu einer Illusion werden, nach dem man sich ihr gestellt, auf ihre Nützlichkeit überprüft und den Ursprung der Angst verstanden hat. Bis dahin beeinflusst die Angst unser Denken und schränkt unter Umständen unsere Lebensqualität und unser Potenzial ein. Gleichzeitig gehört Angst zu unserem „Innerem Team“. Ist Teil von Realist, Kritiker usw. Sie ermöglicht uns, wenn sie nicht unbegründet ist, eine für uns realistische Einschätzung von Situationen und Gefahr.


Arten der Angst

Die Autorin Varda Hasselmann zählt in ihrem Buch „7 archetypische Ängste“ folgende Grundängste auf. Die individuelle Entstehung entwickelt sich in der Erziehung, der Gesellschaft in der man aufwächst und lebt, aber auch noch später im Freundes – oder Arbeitsumfeld und allgemein in den Beziehungen die wir pflegen. Das heißt, unsere Angst wird geprägt und gefördert durch die äußeren Umstände in denen wir uns befinden.


Viele Ängste und Sorgen werden schon in unserer Kindheit von unseren Eltern auf uns projiziert und wir übernehmen auch kollektive Ängste die uns indoktriniert wurden und werden.


Angst vor Unzulänglichkeit

Nicht zu genügen. Anderen nicht gerecht zu werden. Eltern, Freunde, den Chef nicht auszureichen. Die Angst vor der Unzulänglichkeit, kann unser Selbstbild in Frage stellen und auch wie wir gerne wahrgenommen werden würden


Angst vor Wertlosigkeit

Den eigenen Wert als „nur Mensch“ zu sehen fällt vielen von uns schwer. Viel mehr beziehen wir unseren Wert auf materiale Errungenschaften und unseren gesellschaftlichen Status. Fällt unser Status, befinden wir uns häufig in einer Sinneskrise.


Angst vor Unberechenbarkeit

Die Angst vor Willkür wie Terroranschlägen, Kriegen, Epidemien usw. verursacht in uns Menschen Angst. Sie reißt uns aus unseren Gewohnheiten und kann unsere bisherigen Erfahrungen in dieser Welt auf den Kopf stellen. Auch wenn unsere Gewohnheiten uns manchmal langweilen, fühlen wir uns in ihr doch sicher.


Angst vor Mangel

Die wenigsten von uns in der westlichen Welt wissen was materieller Mangel ist. Was wir als Mangel empfinden, bezieht sich in unserem Kulturkreis eher auf „die Angst vor Wertlosigkeit“. Dennoch kann man diese Angst vor Mangel nicht einfach abtun. Es ist nun mal unsere „Angst vor Mangel“.


Angst vor emotionaler Verletzung

Sein Herz wahrhaftig für jemanden zu öffnen, birgt immer die Gefahr verletzt zu werden.

Wie sagte schon Mahatma Gandhi: „Liebe ist die stärkste Kraft der Welt, und doch ist sie die demütigste, die man sich vorstellen kann.“

Auch die Konfrontation mit dem Tod eines geliebten Menschen oder Haustiers kann uns tiefe Verletzung spüren lassen. Wie oft hat man schon den Satz von einem Freund oder sich selbst sprechen gehört, „Ich verliebe mich nie wieder.“


Angst vor Versäumnis

Unsere Zeit auf Erden ist begrenzt. Daher fürchten wir oft Gelegenheiten zu verpassen oder nicht den Mut aufzubringen z. Bsp. jemanden anzusprechen, eine Reise zu unternehmen, uns auf einen „Traumjob“ zu bewerben usw.


Angst vor Lebendigkeit

Freude spüren. Sich gehen lassen. Sich einfach so zu zeigen, wie man sich gerne im „Augenblick“ geben möchte.


Vielleicht fragst du dich jetzt, „Was ist mit der Angst vor dem Tod. Warum gehört der Tod nicht zu den archetypischen Ängsten.“ Auch wenn nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA aus Erfurt 72% der 18 – 29 jährigen angaben, dass sie den Tod fürchten, spüren wir nur Angst wenn wir uns theoretisch damit beschäftigen. Angst vor dem Tod entsteht für die meisten von uns nur, wenn wir uns mit ihm direkt konfrontiert sehen. Im hohen Alter, wenn Körper und Geist nachlassen, wird er sogar meist als Erlösung wahrgenommen. Extreme Angst vor dem Tod, fällt schon in die Kategorie der Phobien (ICD-10). In der internationalen Kalzifikation psychischer Störungen werden 650 bekannte Phobien aufgezählt die sich auf bestimmte Objekte oder Personen beziehen.


Angststörungen


An Angststörungen leiden in Deutschland ca. 10 Millionen Menschen. Eine Angst die sich auf nicht konkretes bezieht. Aufrechterhalten von einer sogenannten Meta – Sorge (Sorge vor der Sorge). Nicht Betroffene nehmen die Angststörung oft als irrational war, da Betroffene meist Angst vor zukünftigen möglichen aber nicht absehbaren Ereignissen haben.


Ob man an einer Angststörung leidet, lässt sich mit folgenden Fragen überprüfen, stellt aber noch keine Diagnose da:


  1. Die Angst ist der Situation erkennbar nicht angemessen.

  2. Die Angstredaktion hält länger an als nötig.

  3. Die Angst ist für den Betroffenen nicht erklärbar, beeinflussbar noch zu bewältigen.

  4. Die Ängste führen zu deutlichen Beeinträchtigungen im Leben.

  5. Die Ängste schränken den Kontakt zu fremden Menschen ein.


Begleitend können mit der Angststörung auch Panikstörungen auftreten. So zusagen die „Angst vor der Angst“. Sie halten bei dem Betroffenen zwischen 5 – 15 Minuten an (max. eine halbe Stunde). Werden auf als wesentlich länger von dem Betroffenen empfunden sind oft verbunden mit Panikattacken, Herzrasen und lösen Todesängste aus.


Was hilft gegen Angst?

Angst verstehen. Überprüfen der Angst.

Ist meine Angst real? Wie gefährlich ist die Situation? Was könnte mir im schlimmsten Fall passieren? Wie betrachtet jemand außenstehendes die Situation? Wie würde derjenige die Situation bewerten.


Verändern der Bilder in deinem Kopf?

Viele Menschen denken, wir sind unseren Gedanken auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Dem ist aber nicht so. Es erfordert zwar etwas Übung die Bilder in seinem Kopf zu ändern, aber es ist möglich.

Versuche mal folgendes in dieser verkürzten Form von Zustände verändern:


1. Bild

Dieses Bild ist das Bild, welches dir Angst bereitet. Verdränge es nicht. Wenn du dieses Bild (Situation, Person) wahrnimmst, vor dir siehst, jetzt.

  • Was nimmst du wahr?

  • Wie groß ist dieses Bild?

  • Welche Farbe hat es?

  • Wo befindet sich dieses Bild?

  • Welche Gefühle löst dieses Bild (Situation, Person) in dir aus?

  • Wo nimmst du diese Gefühle war?

  • Wie verhält sich dein Körper?

  • Wie ist dein mentaler Zustand?

Projiziere dieses Bild (Situation, Person) vor dir an die Wand. Betrachte es wie eine Leinwand im Kino. Zoome es heran – achte dabei auf die Veränderung deiner Gefühle. Verkleinere nun das Bild. Achte wieder auf die Veränderung deiner Gefühle.


2. Bild

Lasse ein 2 Bild entstehen. Ein Bild davon wie du gerne dieses Bild wahrnehmen würdest. Wie du dich gerne in diesem Bild fühlen würdest.


  • Wie sollte dieses Bild sein?

  • Wie solltest du in diesem Bild sein?

  • Wenn du dieses Bild klar vor Dir siehst, was nimmst du dann wahr?

  • Welche Gefühle hast du dann?

  • Welche Farbe hat dieses Bild?

  • Wo nimmst du diese Gefühle war?

  • Wie verhält sich dein Körper?

  • Wie ist dein mentaler Zustand?


Projiziere dieses Bild (Situation, Person) vor dir an die Wand. Betrachte es wie ein zweites Bild neben dem ersten Bild auf der Leinwand. Zoome es heran – achte dabei auf die Veränderung deiner Gefühle. Verkleinere es noch einmal und dann Zoome es soweit heran, dass es das erste, alte, Bild erst überlappt und dann das alte Bild ganz verschwinden lässt.


Als Mensch, wird man sich immer dafür entscheiden, was sich besser anfühlt.“


Meditation

Um den Geist zur Ruhe zu bringen ist meditieren ein sehr guter Weg. In meinem Artikel Geist, Verstand, No mind und Achtsamkeit kannst du nachlesen, welcher Meditationstyp du bist und somit deinen individuellen Einstieg in die Meditation finden. Wichtig ist, dass du nicht nur einmal die Woche meditierst sondern täglich wenigstens 10 Minuten.

Wenn du über eine längeren Zeitraum meditierst, wird dein Geist ruhiger werden und deine Körperanspannung nachlassen. Es ist schwer möglich, in einem körperlichen entspannten Zustand Angst zu haben. Hier wird der Zusammenhang von Geist – Körper, Körper – Geist, sehr deutlich spürbar.


Kleine Übung um diesen Zusammenhang zu verstehen:

Mach mal ein „dummes Gesicht“. Es reicht schon, dein Kinn runterhängen zulassen. Dann zähle mal 28 + 96 zusammen.

Jetzt mach mal ein „schlaues Gesicht“ oder schaue einfach normal und zähle eine andere Summte zusammen z. Bsp. 46 + 34. Ich wette mit dir, mit diesem Gesichtsausdruck errechnest du wesentlich schneller das Ergebnis.


Setze dir Ziele um deine Ängste zu überwinden

Wage dich in kleinen Schritten an deine Angst heran.

Wenn du Angst davor hast, fremde Menschen anzusprechen dann versuche doch mal, jemanden z. Bsp. nach der Uhrzeit zu fragen oder wann der nächste Zug fährt. Kleine unverbindliche Auskünfte fallen einem nicht so schwer, wie gleich den Traummann oder die Traumfrau anzusprechen. Diese kleinen Schritte helfen aber sehr gut um Mut aufzubauen. Bewerte nicht. Der Erfolg liegt schon darin, dass du dich überwunden hast deine Angst anzugehen.


Sport

Sport hat einen positiven Einfluss auf unsere Angst. Es ist bei Menschen mit Angststörungen nicht leicht sie zum Sport zu ermutigen. Studien haben bewiesen, dass durch sportliche Betätigungen, ähnlich wie bei Antidepressiver die Konzentration der Botenstoffe im Blut steigen und neuronale neue Verknüpfungen dadurch im Gehirn entstehen. Auch hier kannst du wieder mit kleinen Schritten anfangen z. Bsp. 1 Monat täglich 10 Liegestützen und 10 Sit – ups oder mit einem täglichen 30 minütigen Spaziergang beginnen.


Angst gehört zu unserem Leben dazu. Aber Angst sollte nicht unser Leben bestimmen. Wir sind in der Lage über unsere Ängste drüber hinauszuwachsen und unsere Angstüberwindungen werden im Rückblick auch immer eine Ressource sein um mit neuen Ängsten besser umzugehen. Ich wünsche dir viel Erfolg mit diesen Übungen.


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"Alles was Du in Deinen Kopf hineinlässt - kannst nur Du wieder hinausschmeißen."

Markus Zhou - Schneider

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