Geist, Verstand, No mind und Achtsamkeit

Aktualisiert: Apr 23


Jahrelang habe ich versucht den richtigen Zugang zur Meditation zu finden. Mal ehrlich, wenn man zum ersten mal an meditieren denkt, erscheint einem sofort die Gestalt eines in orangefarben gehüllten Mönchs vor Augen. Der tief versunken vor einem Schrein im Tempel sitzt, sich über Stunden nicht bewegt und man sich nicht sicher ist, ob er denn überhaupt noch atmet.


Ehrgeizig, wie viele Menschen nun mal sind, möchten sie natürlich auch schnellst möglich diesen Zustand erreichen. Etwas mystisches, Transzendentes haftet der Meditation schließlich an und es ist ja auch irgendwie Mode.


Eifrig macht man sich ans Werk und was erfährt man?

Seine innere Unruhe. Man versucht es immer und immer wieder – aber letzten Endes führt „unser Sitzen“ nicht zu dem Ergebnis unserer Vorstellung über Meditation. Wenn es dumm läuft, wird diese Praxis schon bald zu einem unbeliebten Hobby, dass man nach einiger Zeit wieder verwirft. „Bringt ja eh nichts.“


Mein persönlicher Weg zur Meditation führte mich durch Retrats, zahlreichen Anleitungen der verschiedenen buddhistischen Richtungen. Über den Bön Buddhismus bis hin zum Vajaryana Buddhismus. Zahlreiche Lektüren und Bücher bekannter Lehrer, Meister und Anweisungen von Mönchen, die ich beherzt versuchte umzusetzen. Aber in gewisser weise führte es zur Frustration.


Ich bin ein Freund davon die Dinge einfach zu gestalten. Meiner Meinung nach, ist es besser erst einmal Freude und Spaß an einer Sache zu entwickeln, bevor man daraus eine Königsdisziplin macht. Natürlich ist es absolut von Nöten, wenn man in der Meditation einen glaubens – bzw. einen religiösen Hintergrund verfolgt. Und jede dieser Meditationstechniken wird bei regelmäßiger Praxis auch irgendwann zum Erfolg führen. Aber ist es nicht besser mit einer für sich passenden, einfacheren Methode anzufangen?


Mindfulness und No Mind

Mindfulness - zumeist Übersetzt mit Achtsamkeit - und No Mind sind entscheidende Achtsamkeitsprozesse im Buddhismus. Besonders der Begriff Achtsamkeit ist in unserer Gesellschaft immer mehr ein Begriff. Es gibt ein breites Angebot in Yogaschulen, Coachings und auch in der Psychotherapie. Doch was bedeuten diese beiden Begriffe? Im Grunde genommen stehen sie für das Verbinden mit dem Hier und Jetzt. Der Geist soll wahrnehmen, aber nicht beurteilen. No Mind bedeutet nicht keinen Geist mehr zu haben. Dies ist aber ohne einen geschulten Geist nicht möglich. Der Verstand, im Buddhismus oft liebevoll als Affenkäfig bezeichnet, macht uns einen Strich durch die Rechnung.

Es ist nicht so einfach möglich mal eben schnell achtsam zu sein oder den Verstand auszuschalten. Er ist stets auf der Suche nach Erklärungen und Antworten. Plant, träumt wünscht, beurteilt um hier nur eine Punkte zu nennen was der Verstand so treibt. So gut wie jeder der es schon versucht hat kann davon berichten. Wir setzen uns auf das Meditationskissen und versuchen uns in Versenkung. Sofort springt der Verstand an. Ich muss heute noch...., meine Mann oder meine Frau hat gesagt....., der Verkehr ist aber laut usw.


Geist und Verstand

Wie in der Zeichnung stelle dir vor, der Geist ist ein mittlerer Punkt. Er steht für die Verbindung zum Hier und Jetzt, aber auch für transzendente Wahrnehmung. Umgeben wird der Geist vom Verstand. Je älter wir werden um so mehr verdichten sich diese Kreise und lässt nur noch kleine Spalten offen für ein gelegentliches Wahrnehmen, einen Moment tatsächlicher Achtsamkeit, wenn man diese nicht gezielt schult.


Bei kleinen Kindern kann man sehr gut beobachten wie sehr sie noch mit der Wahrnehmung – Geist – ihre Welt im Hier und Jetzt erfahren. Bei vielen ihrer Tätigkeiten befinden sie sich in einem fast schon tranceähnlichen Zustand der Versenkung in ihre Tätigkeiten. Sind stärker verbunden mit ihrem Hier und Jetzt und haben einen ausgesprochenen intensiven Zustand der Wahrnehmung ihrer Umwelt. Kinder in diesem Alter fehlt die „Schwarzweißmalerei“. Die Unterscheidung zwischen gut und böse, Sorgen, Ängsten, Erwartungen usw. sind noch nicht so ausgeprägt wie bei einem erwachsenen Menschen. Die meisten Erwachsenen haben mit ihrem Verstand gelernt zu katalogisieren und allem was um sie herum stattfindet einen Stempel aufzudrücken. Der Hund ist laut. Das Essen ist nicht warm genug. Der Sommertag ist zu heiß usw. Hinzu kommt das ihr Verstand gelernt hat autonomistische Programme ablaufen zu lassen. Ein Automatismus für jede Gelegenheit im Alltag. Vom Autofahren bis zum Fernsehen einschalten. Natürlich haben auch Kinder diese Empfindungen oder Wahrnehmungen. Aber sie beurteilen sie nicht so stark wie der Erwachsene. Kinder halten nicht so lange an ihrer Beurteilung fest, nehmen es war, lassen aber schneller wieder los.


Geist

Ist also die unmittelbare Verbindung zum all – sein. Beurteilt nicht. Verlangt nicht. Benötigt nicht. Wünscht nicht.


Verstand

Fordert. Erwartet. Benötigt. Begehrt. Verlangt. Ehrgeizig. Hungrig. Um nur einige Eigenschaften aufzuzählen, die unterschiedlich intensiv ganz individuell auftreten.


Geist und Verstand trennen

Wie ist es nun aber möglich Geist und Verstand zu trennen? In dem man den Verstand füttert, bevor man überhaupt sich einen Moment Zeit nimmt um zu meditieren. Genau mit dem was er verlangt. Wenn dein Verstand hungrig ist, wird es dir schwerfallen zu meditieren. Bevor du dich also hinsetzt um dich in Achtsamkeit zu üben, gib deinem Verstand genügend Nahrung für das Verlangen welches er im Augenblick hat. Beantworte ihm die 5 wichtigsten Fragen, die dir gerade im Kopf rumschwirren. Du musst ihm nicht zwingend ein Ergebnis liefern, aber er sollte eine zufriedenstellende Antwort bekommen. Zum Beispiel: Was esse ich heute Mittag. Wann lerne ich für meine Klausur oder lege ich mein Meeting fest. Wann bespreche ich einen Konflikt mit einem Mitmenschen usw. Am besten schreibst du dir diese 5 Fragen auf einem Blatt Papier auf und beantwortest sie für deinen Verstand.


Welche Technik der Meditation passt zu dir?

Meditationstechnik finden mit VAKOG aus der Neuro Linguistischen Programmierung


Grundsätzlich beginnen wir jede Meditation gleich. Wir setzten uns aufrecht hin. Im Lotus oder Halblotussitz oder setzten unser Gesäß auf unseren Unterschenkeln ab. Es ist aber auch ein Stuhl mit Lehne möglich. Unsere Wirbelsäule ist gerade. Das Kinn leicht zur Brust. Die Schultern sind leicht nach hinten geöffnet. Die Zunge berührt sanft den Gaumen. Wir schauen, dass wir bequem sitzen und kommen einen Moment zur Ruhe.

Die Meditationszeit sollte zwischen 5 – 20 Minuten nach Möglichkeit 2 x täglich liegen.

Bist du ein sehr visueller Mensch? Redest du sehr schnell und kannst Dinge sehr gut bildlich lernen?

Dann atme ruhig und gleichmäßig tief in deinen Bauch ein. Dabei schaust und konzentrierst du dich nur auf deine Nasenspitze.

Bist du sehr auditiv. Hast ein ausgesprochen gutes Gehör – bist ganz Ohr – und wenn du sprichst verwendest du gerne Worte wie, ich hören, das klingt harmonisch, ich lausche gerne den Vögeln usw.?

Dann atme ruhig und gleichmäßig tief in deinen Bauch ein.

Schließe deine Augen. Nehme nur die Geräusche um dich war. Wenn dein Verstand ins bewerten fällt, dann lasse ihn bewerten. Fang jetzt nicht an ihm Nahrung zu geben, in dem du mit ihm streitest. Diese Form der Meditation funktioniert für mich immer sehr gut an einem Fluss, in einem Wald oder einem ruhigen Park.

Bist du ein sehr kinästhetisch (körperlich) veranlagt? Spürst du viel um dich herum? Sind Mitmenschen kalt zu dir? Gehst du mit deinem Partner Hand in Hand?

Dann atme ruhig und gleichmäßig tief in deinen Bauch ein.

Schließe deine Augen. Konzentriere dich nun auf das Dreieck zwischen deinen rechten und linken Nasenloch und der oberen Lippe. Spüre auf diesem Dreieck wie dein Atem raus – und hineinströmt.

Dies sind drei der fünf Zugänge in dieser Meditationspraxis die verbunden sind mit den fünf Sinnesmodalitäten der Neuro Linguistischen Programmierung und verschaffen dir einen leichteren Zugang zu deinem Geist in dem dein Verstand besänftigt und ruhig wird. Die zwei weiteren Möglichkeiten liegen über den Geruchsinn (Olfaktorisch) – konzentriere dich dabei über die Gerüche die du wahrnimmst. Oder den Geschmacksinn (Gustatorisch), welchen Geschmack nimmst du auf deiner Zunge war? Falls du dir unsicher bist, welche Technik zu dir passt, versuche gerne einfach mal alle aus und schaue welche bei dir am besten wirkt.

Gehe nicht mit einer Erwartung an die Übungen heran. Lass dir Zeit. Füttere nicht deinen Verstand.


Ich halte es für absolut notwendig, in unser heutigen Zeit mehr den je, dass wir Menschen lernen zu meditieren. Denn sie ist mehr als nur ein abschalten um noch mehr Leistung zu erbringen. Sie ist ein Weg uns selbst und unsere Umwelt zu heilen.



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"Alles was Du in Deinen Kopf hineinlässt - kannst nur Du wieder hinausschmeißen."

Markus Zhou - Schneider

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