Leben im Hier und Jetzt



„Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht geboren. Das Leben ist im Hier und Jetzt.“

Buddha


Leben im Hier und Jetzt ist gerade in Mode. Als würde das Leben im Hier und Jetzt alle schmerzhaften Erfahrungen der Vergangenheit ausblenden und eine Planung für die eigene Zukunft unnötig machen. Finden wir in den Lehren Buddhas nicht auch die Aussage: „Wer in jungen Jahren nicht für sein Alter sorgt, keine materielle Sicherheit schafft oder lernt sich von weltlichen zu lösen, der wird im Alter gleich wie ein Reiher der vor einem vertrockneten Teich steht.“


Es ist nicht möglich im Hier und Jetzt zu Leben

Die meisten Menschen, dazu zähle ich mich auch, stehen am Morgen auf, erinnern sich an den vergangen Tag oder überlegen sich wie der bevorstehende Tag zu gestallten ist. Notieren sich die wichtigen Termine oder Aufgaben in ihr Notizbuch oder diktieren sie in ihr Handy. Wenn das Leben mal nicht so rund läuft, hoffen wir auf ein Morgen in dem alles anders wird. Ohne den streßigen Job, ohne Streit, finanzielle Sorgen usw. Hin und wieder holen uns die Geister der Vergangenheit ein und Scham, Schuld, Angst oder Wut machen sich breit. Wir sind mit unserer Wahrnehmung soweit vom Hier und Jetzt entfernt wie die Erde vom Mars. Und wenn die Gedanken uns zu sehr beschäftigen laufen wir in Gefahr auf dem Weg zur Arbeit von einem Auto angefahren zu werden oder gegen einen Laternenmast zu laufen. Die meiste Zeit verbringen wir tatsächlich in einem Bewusstseinszustand zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das im Hier und Jetzt, leider nur physisch.


Das Hier und Jetzt in der Mitte finden

Das Leben im Jetzt ist also auch kein Allheilmittel und wir würden dadurch auch eine Qualität verlieren. Aus der Vergangenheit zu lernen, aus Fehlern, Erfolgen, Erfahrungen die uns Freude oder eben auch Schmerz zugefügt haben. Unsere Zukunft auf Grund dieser „reflektierten“ Erfahrungen zu gestallten. Unsere Möglichkeiten zu erkennen und auf unsere gelernten Fähigkeiten zugreifen zu können. Und unsere Gegenwart mit all unseren Sinnen wie riechen, schmecken, sehen, fühlen, hören zu erfahren. Unseren Atmen zu spüren, unseren Gedanken Beachtung zu schenken und nach Abwegen danach zu handeln.

Der Zugang zum Hier und Jetzt

Genau da liegt unser Zugang zu einem Verweilen im Hier und Jetzt. Uns selbst und die Welt intensiv wahrzunehmen. In unseren Sinnen, in unserer Atmung und in Achtsamkeit.

Ich möchte dir an dieser Stelle 4 Übungen an die Hand geben. Unabhängig wie aktiv dein Geist im Augenblick ist, wirst du bei regelmäßiger Praxis eine Verbesserung feststellen und es wird dir leichter fallen dich ins Hier und Jetzt zu bringen.

Aufmerksamkeit

Wir verbringen in unserem Leben viele Momente in denen wir unsere Aufmerksamkeit schulen könnten. Zum Beispiel, wenn wir im Supermarkt vor der Kasse warten müssen, an einer Ampel stehen oder sonst kurz warten müssen. Gerne verbringt man diese Zeit mit Grübelei. Was muss ich heute noch erledigen, warum dauert das solange, usw.? Versuche dass nächste mal, wenn du in so einer Situation bist, mit deinen Sinnen die Umgebung wahrzunehmen. Welche Geräusche umgeben dich, welchen Geruch nimmst du wahr, was siehst du vor oder neben dir.

Beobachten

Achte auf das was dich umgibt. Zum Beispiel bei einem Meeting. Wie ist die Körpersprache deiner Kollegen. Welche Wörter benutzen sie und wie ist der Tonfall. In der freien Natur ist das Beobachten für mich besonders erfreulich. Das Beobachten von meinem Hund, Vögeln, Insekten, Bäume die sich im Wind biegen usw. Versuche beim beobachten nicht zu urteilen oder das was ist zu interpretieren.

Atmen

Eine sehr einfache Art, sich im Hier und Jetzt zu spüren, ist der Weg über unsere Atmung. Falls du noch nie eine Atemübung gemacht hast, ist es hilfreich eine Hand auf deine Bauchdecke zu legen. Atme tief durch die Nase in den Bauch ein und wieder aus. Atme dabei ruhig und natürlich. Beobachte dabei wie sich deine Bauchdecke hebt und senkt. Falls deine Gedanken abschweifen, lenke die Aufmerksamkeit wieder auf das Heben und Senken deiner Bauchdecke.

Meditieren

Da es ungeübt oft schwerfällt sich ruhig hinzusetzen ohne dass dabei gleich die Gedanken wild kreisen, ist es sinnvoll mit den oben aufgeführten Schritten zu beginnen. Anfänglich ist es auch immer ratsam mit einer Meditationszeit von 5 - 20 Minuten zu beginnen und diese dann mit der Zeit zu verlängern. Ich nehme mir diese Zeit vorzugsweise direkt am Morgen nach dem Aufstehen.

Eine genaue Anleitung und wie du am besten Zugang für deine Meditation findest kannst du in diesem Artikel nachlesen.



Denn das bedeutet doch das Leben im Hier und Jetzt

  • Das wir uns im Gedanken nicht immer mit schmerzhaften Erinnerungen quälen.

  • Wir uns im Gedanken nicht immer um die Zukunft sorgen.

  • Wir mit unseren Gedanken bei einer Aufgabe sind und uns darauf fokussiert sind.

  • Wir uns im Augenblick wahrnehmen

  • Wir uns nicht sorgen und bei uns sind

  • Unsere Träume leben, verwirklichen und nicht ständig aufschieben.

Ich wünsche dir viel Spaß und Freude bei der Umsetzung dieser Übungen.

"Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“

John Lennon

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"Alles was Du in Deinen Kopf hineinlässt - kannst nur Du wieder hinausschmeißen."

Markus Zhou - Schneider

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