Das spirituelle Wesen
- Markus Zhou-Schneider
- 18. Nov.
- 2 Min. Lesezeit

Was echte Spiritualität wirklich bedeutet
Was bedeutet wahre Spiritualität? Sicher nicht, ein Meditationskissen zu kaufen oder sich so zu kleiden, dass andere unsere „spirituelle Seite“ erkennen. Konsumierte Spiritualität mag nach außen wirken – aber sie führt uns nicht in die Tiefe.
Echte Spiritualität beginnt dort, wo wir uns selbst und anderen wahrhaft begegnen.
Spiritualität bedeutet Verbundenheit – nicht Selbstdarstellung
Spiritualität ist kein Lifestyle und keine Identität, die wir uns aneignen. Sie ist die Bereitschaft, uns mit uns selbst, mit anderen und mit dem Leben zu verbinden.
Diese Verbindung fordert Mut. Sie verlangt, dass wir die Anteile des Gegenübers – und unsere eigenen – erkennen, verstehen und annehmen. Dass wir den anderen und uns selbst aushalten können, auch dann, wenn es schwierig wird.
Warum Individualismus uns von echter Spiritualität trennt
Unsere moderne Welt konditioniert uns auf Individualität – oft sogar in einem „spirituellen“ Sinn: Sei einzigartig. Sei besonders. Hebe dich ab.
Doch genau das kann uns von echter Spiritualität entfernen. Denn Spiritualität bedeutet nicht Abgrenzung, sondern Verbindung.
Wenn wir Spiritualität nur als persönlichen Ausdruck oder als Teil unserer Identität leben, verlieren wir ihr Wesen aus dem Blick: die natürliche, ursprüngliche Verbundenheit mit unserem Sein und mit allem, was lebt.
Unangenehme Gefühle gehören zur inneren Arbeit
Zu dieser Verbundenheit gehört auch das Annehmen unserer unerwünschten Anteile:
Schuld
Scham
Wut
Angst
innere Unsicherheit
alte Verletzungen
Und ebenso die Dinge in der äußeren Welt, die in uns »unheilsame« Gefühle auslösen.
Viele Menschen versuchen, diese inneren Bewegungen zu verdrängen oder spirituell zu „überspielen“. Doch das führt nicht zu Frieden – sondern zu innerem Druck.
Wenn wir kämpfen statt annehmen
Befinden wir uns im ständigen Streit mit unserer Innenwelt, wenn wir uns selbst oder andere verurteilen, entstehen Spannungen und oft auch psychische Belastungen.
Dieser innere Kampf trennt uns –von uns selbst, von anderen, und von dem, was wir eigentlich suchen: echte Verbundenheit und innere Ruhe.
Echte Spiritualität entsteht durch Mitgefühl
Verbindung entsteht dort, wo wir aufhören zu kämpfen und beginnen, anzunehmen. Wo wir uns selbst in achtsamen Mitgefühl begegnen. Wo wir die Welt nicht idealisieren, sondern mit Mitgefühl betrachten.
Spirituell sein bedeutet nicht, perfekt zu werden. Spirituell
sein bedeutet, ganz zu werden.
Und das beginnt in dem Moment, in dem wir uns selbst – und die Welt – in liebevollem Mitgefühl annehmen.
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